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Via Regia

Aktualisiert: 9. Dez. 2025

Zum Namen des Magazins aus Görlitz-Zgorzelec für Europa


Fragt man die KI, was „Via Regia“ ist, erhält man folgende Information:

"Ursprünglich bezeichnete „Via Regia“ im Mittelalter Straßen im Heiligen Römischen Reich, die unter königlichem Schutz standen – der König garantierte Sicherheit für Reisende und Händler (Friedensschutz). Die bekannteste und wichtigste dieser Straßen war eine Ost-West-Verbindung, die erstmals 1252 urkundlich als „strata regia“ erwähnt wurde. Ihre Wurzeln reichen jedoch bis in die Karolingerzeit (8./9. Jahrhundert) zurück. Sie diente als Handelsroute (für Waren wie Tuch, Salz, Pelze, Wachs oder Honig), Heerstraße (für Armeen z. B. Napoleon oder die Schweden im Dreißigjährigen Krieg) und als Pilgerweg (viele nutzten sie auf dem Weg nach Santiago de Compostela, heute Teil des Jakobswegs).

Wichtige Städte entlang der Route in Deutschland waren Frankfurt am Main, Hanau, Gelnhausen, Fulda, Eisenach, Erfurt, Leipzig, Bautzen und Görlitz – viele blühten durch den Handel auf. Seit 2005/2006 ist die Via Regia eine offizielle Kulturroute des Europarats („Major Cultural Route of the Council of Europe“). Sie symbolisiert die europäische Einigung und den Austausch zwischen Ost und West. Heute folgen Teile der historischen Trasse modernen Straßen (z. B. B6, B7 oder der A4) oder sind als Wander-, Rad- und Pilgerwege markiert."


Das sagt alles. Die beiden schönen lateinischen Wörter Via (Strasse) und Regia (königlich) beschreiben einen wahren Pfad, den die Menschen in Europa über 1000 Jahre lang nutzten, um zwischen Orten entlang der Route von Portugal nach Russland zu reisen. Er diente dem Handel, der Pilgerfahrt, aber auch dem Krieg und verband Ost und West. Nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches geriet der Begriff der Straße in Vergessenheit und verlor mit dem Aufkommen der Eisenbahn (1830–1840) und später der Autobahn an Bedeutung. Eine wahre Renaissance begann Ende des 20. Jahrhunderts, als nach dem Fall des Eisernen Vorhangs die Menschen nach gemeinsamen historischen Symbolen der europäischen Einheit suchten.



Und welches Symbol könnte besser geeignet sein als die Straße, die sich durch Europa zieht, einige der wichtigsten Städte der europäischen Kultur verbindet und Erinnerungen nicht nur an Religion, Kultur und Wirtschaft, sondern auch an Kriege birgt? Heute beschreiten wir diesen Weg erneut und dürfen all diese Persönlichkeiten nicht vergessen: die Pilger, die Kaufleute, die uns geistig und materiell bereichert haben. Die Erinnerung an die Kriege sollte uns hingegen eine Mahnung sein.


Görlitz-Zgorzelec liegt genau an diesem Weg, wo die Neiße den Osten vom Westen trennt. Auf der einen Seite des Flusses spricht man Deutsch, auf der anderen Polnisch, eine slawische Sprache. Könige pflegten Freundschaft und kulturellen Austausch zwischen Dresden und Krakau – Könige wie August der Starke oder sein Sohn August III., Herrscher wie Heinrich I. Piast und seine Gemahlin, die heilige Hedwig von Schlesien. Wie viele Mönche reisten auf diesem Weg von Frankreich nach Schlesien? Wie viele Künstler von Warschau und Moskau nach Paris kamen durch Dresden? Wir sind vom Geist dieser Könige, Pilger und Künstler beschützt, die uns „Frieden“ zuflüstern.


Görlitz ist ein Symbol der Renaissance. Nicht nur, weil die ältesten und schönsten Gebäude der Altstadt aus der Renaissance stammen. Das Wunder der „Altstadt-Million“ passierte – als nach dem Fall der Berliner Mauer ein unbekannter Investor Geld spendete, um das Erscheinungsbild der Stadt wieder schön zu machen. Seitdem erlebt sie eine Renaissance. Jedes Jahr werden mehrere Gebäude renoviert. Es ist faszinierend zu sehen, wie die Architekten und Stadtplaner die neoklassizistischen Juwelen der Stadt aus den Ruinen wiederaufbauen. Nun, im Jahr 2025, hat die Renovierung des wohl schönsten aller Gebäude begonnen. Die Stadthalle Görlitz, direkt neben der Europabrücke zwischen Deutschland und Polen, an der Via Regia, wird in vier Jahren in neuem Glanz erstrahlen. An der Fassade, am Giebel, sind Orpheus und Eurydike als Relief dargestellt, das Symbol der Renaissance. Welche metaphysische Kraft haben doch all diese Symbole! Hier ist die Energie der Erneuerung spürbar; hier wollen wir diskutieren, was unseren Kontinent wiederbeleben und heilen kann, wir „Architekten und Meister“ für den Aufbau eines alten, dennoch neuen Kontinents. Denn es gibt so vieles, was wir hier verbessern können, indem wir Probleme analysieren und Lösungen vorschlagen, nach Art unseren Vorfahren in Athen und Rom. Demokratisch, zivilisiert. Und aus dieser Stadt wird der Ruf nach Frieden laut erschallen. Wir werden keinen Krieg zwischen Ost und West entfachen. Unsere Stadt wird ihn mit einem kraftvollen Chor von Stimmen, von Dichtern bis zu Wissenschaftlern, verhindern.


Deshalb habe ich das Magazin „Via Regia“ ins Leben gerufen. Hier werden wir unsere Gedanken und Gebete niederschreiben und Frieden und eine Renaissance für Europa herbeirufen.



 
 
 

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