Der Kampf um die Zukunft von Görlitz und Europa
- Helena Triada Müller
- 20. Feb.
- 7 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 23. Feb.

Gestern, am 19. Februar, habe ich den Mut aufgebracht, mich als Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl in Görlitz zu stellen. Das tat ich nicht als Parteilose, sondern für eine Partei: die AfD.
Die Gründe dafür sind mehrschichtig. Einerseits sehe ich die sogenannte „Brandmauer“ in Europa als große Gefahr für die Demokratie und den gesellschaftlichen Frieden. Deshalb stelle ich mich als neutraler Kulturmensch bewusst hinter den „Sünder“, um die Diskussion mit dem „schwarzen Schaf“ wieder zu normalisieren. Andererseits bin ich überzeugt, dass die Themen, die die Alternative für Deutschland anspricht, zukunftsweisend sind: Europa braucht eine Besinnung auf sein Kulturerbe und der Schwerpunkt der Politik muss wieder zu den Menschen vor Ort zurückkehren.
Die Globalisierung hat ihren Kreis abgeschlossen. Europa braucht jetzt eine Pause und ein klares „my region first“, um all die Probleme zu sanieren, die sich in jedem Land angesammelt haben. Ich glaube fest an die transatlantische Zusammenarbeit mit den USA und möchte nicht, dass sich Europa von Amerika abkoppelt.
Ich will Frieden, Freiheit und Kultur in Europa: keinen Krieg und keine autoritären Verhältnisse. Ich bin gegen die Islamisierung Europas und für eine klare Rückbesinnung auf unser kulturelles Erbe. "Europa, du, dem' Christengotte Untertan!" schrieb Gerhart Hauptmann. Europa ist ein Kind "Athens, Roms und Jerusalems". Nicht Mekkas.
Mir ist bewusst, dass es in der AfD Mitglieder mit dubiosen Ansichten und Lebensläufen gibt. Aber ich bin ein freiheitsliebender Mensch und glaube, dass man alle dubiosen Ansichten mit demokratischen Diskussionen und offener Debatte korrigieren kann. Jede „ketzerische“ Meinung gibt einen Ansporn für Diskussion und Nachdenken, und wenn sie falsch ist, sie lässt sich einfach mit Argumenten entkräften – aber niemals mit Verboten oder einer Hexenjagd. Beides radikalisiert und spaltet die Gesellschaft weiter. Ich glaube an die Wehrhaftigkeit der Demokratie, die keine Wächter braucht ausser dem Grundgesetz und die Justiz und ich vertraue darauf, dass freie Menschen bei freiem Meinungsaustausch die beste Voraussetzung für ein gut funktionierendes Staatswesen sind.
Nun befindet sich Europa in einer großen Krise und ich weiß, dass in diesem Jahr die Wende stattfinden muss und wird. Ich wollte, dass diese Wende hier in Görlitz beginnt, deshalb habe ich für die Oberbürgermeisterwahl kandidiert. Alle meine Visionen für diese Stadt habe ich auf einem Blatt zusammengefasst und den Görlitzern vorgestellt.
Diese Stadt braucht Visionäre wie Jakob Demiani, der in einer ähnlichen Zeitenwende lebte und die Zukunft sah. Er investierte in Kultur und Wirtschaft und machte Görlitz zu dem, was es um die Jahrhundertwende war: ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum, eine reiche und freie Stadt. Heute brauchen wir einen Visionär, der versteht, dass wir zuerst die angesammelten Probleme lösen müssen, bevor wir nach vorne schauen können. Wir müssen uns wieder auf unser europäisches Kulturerbe besinnen, um die Seele Europas zu retten. Sonst droht ein großer Krieg.
Hier meine:
Rede an die Görlitzer
Liebe Freunde,
vor genau einem Jahr bin ich der AfD beigetreten. Warum? Weil ich, wie ihr alle, sehe dass unser Land und unsere Stadt eine Wende braucht. Wir sehnen uns nach echter Veränderung. Und weil ich an Ideale wie Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit glaube – Schliesslich weil ich unsere Zukunft in großer Gefahr sehe, die jetzt abgewendet werden muss.
Für mich war dieser Schritt nicht leicht. Ich bin Kulturschaffende, leite den Verein Ars Augusta e.V. für die Förderung der Kultur und Völkerverständigung. Ich arbeite eng mit Institutionen, Stiftungen und Sponsoren zusammen – auch mit Förderer wie die Europäische Union. Ich inspiriere junge Künstler, einige sehen mich als Muse. Gerade jetzt, im Mai 2026, organisiere ich im Kaufhaus Görlitz zum dritten Mal den internationalen Lied Wettbewerb „Bolko von Hochberg“ – und große Namen kommen als Juroren. Mein Projekt steht vor einem Risiko, wenn Absagen kommen, weil meine Mitgliedschaft bekannt wird.
Doch ich kann nicht länger nur an Kultur denken, wenn unsere Stadt und ganz Europa in einer so hoffnungslosen Lage sind. Mein „coming out“ als Kandidatin für die AfD wird vielleicht viele Kulturschaffende schockieren und enttäuschen, aber vielleicht auch andere inspirieren, mutig zu ihrer Meinung zu stehen und mir nachfolgen.
Weil wenn Krieg ausbricht, fließt sowieso kein Geld mehr in die Kultur – sondern in die Rüstung. Dieses Jahr 2026 entscheidet über unsere Zukunft. Alles wird sich ändern, wenn wir handeln. Gott hilft denen, die einen guten Plan haben – aber wir müssen uns bewegen.
Deshalb stehe ich heute hier. Ich biete alles, was ich bin und habe: meine Kraft, meinen Idealismus, meinen Sinn für Gerechtigkeit und mein Ethos. Ich will die Wende in Gang setzen – und ich weiß, dass ich es kann.
Als ich meiner Familie sagte, ich wolle in die Politik gehen, sagte sie: „Das ist nichts für dich. Politik ist schmutzig, korrupt, voller Intrigen – nichts für eine Idealistin.“ Ich will allen beweisen, dass sie sich täuschen! Politik kommt vom griechischen Wort „Polis“ – Stadt. Es ist die Kunst, eine Stadt gerecht, transparent und ethisch zu führen. Genau das will ich tun.
Mein Traum: Wenn ich Bürgermeisterin werde, kommen die Veränderungen in Görlitz so schnell und so sichtbar, dass ganz Deutschland und Europa auf uns schaut. Andere Städte werden unsere Methoden kopieren. Aus Görlitz startet die Renaissance, die Europa so dringend braucht.
US-Außenminister Marco Rubio hat kürzlich in München genau das betont: Europa muss sich auf seine Kultur und Werte besinnen, stolz auf sein Erbe sein und sich selbstbewusst verteidigen. Genau das will ich hier vor Ort umsetzen!
Geboren 1972 in Breslau, als Tochter einer polnisch-griechischen Familie, habe ich die letzten 50 Jahre Europäischer Geschichte hautnah miterlebt. Meine Kindheitserinnerungen sind friedlich: 1972 öffnete sich die Grenze genau hier. Meine Mutter schob mich im Kinderwagen über die Brücke von Zgorzelec, wo meine griechischen Großeltern lebten, nach Görlitz – die Görlitzer liebten dieses schwarzhaarige Kind, erzählte sie mir später.
Als ich sechs war, 1978, kehrte mein Vater, der hier politischer Flüchtling war, nach Griechenland zurück. Dort studierte ich Agrarwissenschaft und Operngesang am Konservatorium – trotz Armut, Gewalt in der Familie und der Trennung der Eltern. Meine Mutter arbeitete als Putzfrau, um uns durchzubringen. Mit purer Willenskraft machte ich zwei Abschlüsse, bekam Stipendien, forschte in Wien zur ökologischen Landwirtschaft und studierte gleichzeitig Operngesang an der Musikhochschule. Ich arbeitete während
meines Studiums als Kellnerin, Schlafwagenbetreuerin bei Mitropa – erlebte 2000 einen Messerstecher im Zug, wurde später sogar von der albanischen Mafia geschlagen, als ich sie forderte meinen Schlafwagen - wo sie Deutsche Touristen beklauten - zu verlassen. Am Ende schaffte ich es: ich gewann Wettbewerbe, kam an die Accademia della Scala in Mailand, began an Opernhäuser zu singen – und erlebte die Finanzkrise 2008, als Kultur als Erstes gekürzt wurde.
2012 kam ich nach München, lernte meinen Mann kennen, arbeitete als Dolmetscherin für Migranten – ich spreche fünf Sprachen. Ich hörte von Migranten selbst, dass viele Kämpfer von ISIS mit der Migrationswelle gekommen sind. Warum tut niemand etwas?, fragten sie mich.
Schließlich, als alles noch schlimmer wurde, kehrten wir 2016, vor 10 Jahren, in meine Heimat zurück – ich bin ein lebendes Beispiel für erfolgreiche Remigration. Die Heimat gibt Kraft, wenn die Welt zu chaotisch wird. Wir blieben in Görlitz, weil Heinz kein polnisch spricht und weil ich Deutschland liebe – seit meiner Kindheit. Deutsch war meine erste Fremdsprache. Ich lernte sie als Mädchen im Goethe Institut um Schiller und Thomas Mann im Original lesen zu können.
Ich verliebte mich in diese Stadt, grub ihre Geschichte aus: Vor dem Krieg war Görlitz reich und kulturell lebendig. Nach 1989 kam die Hoffnung, das könnte zurückkommen – es kam aber der Dornröschenschlaf: Abwanderung, Arbeitslosigkeit, Gleichgültigkeit der westlichen Verwaltung für den Osten.
Doch ich bin Ossi und liebe den Osten – wie Süditalien das schönste Italien ist, nur schlecht verwaltet, so auch Ostdeutschland das schönste Deutschland ist. Deshalb gründete ich Ars Augusta: Ich entdeckte und uraufführte Musikerbe aus Dresden und Breslau, übersetzte Theaterstücke von Gerhart Hauptmann ins Polnische, sanierte Denkmäler, putzte Friedhöfe in Schlesien, initiierte den „Bolko von Hochberg“- Wettbewerb als Keimzelle für ein großes künftige Festival für die Stadthalle. Ich bekam eine Medaille im Kraszewski-Museum Dresden für meine deutsch-polnische Kulturarbeit.
Ich kenne fast jedes Denkmal, jeden Verein, jeden Engagierten hier. Ich sah: Lokale Politik ignoriert oft die, die wirklich vor Ort arbeiten, und gibt Geld lieber an West-Importe wie das Lausitz Festival. Ich schreibe erfolgreich INTERREG- und EU-Anträge, spreche polnisch und englisch, kenne mich mit KI und Internet aus – alles, um Görlitz wieder zu beleben und mit Polen und Europa zu verbinden. Weil Europa unser zuhause ist, aber wir müssen diese Chance richtig nutzen, um unsere Heimat zu stärken, nicht um sie zu zerstören.
Mein Weg aus der Krise ruht auf drei Prinzipien:
1. Vergangenheit schätzen – unser Erbe als Schatz und Kapital nutzen.
2. Gegenwart sanieren – den Menschen hier dienen, zuhören, Probleme lösen.
3. Zukunft gestalten – eine klare Vision für Wohlstand, gute Schulen, Ärzte, inspirierende Orte, Start-ups. Talent-Förderung.
Direkt nach meiner Wahl rufe ich eine offene Woche der Görlitzer Zukunft aus: Alle, die diese Stadt lieben, treffen sich und machen transparent eine Art Inventur – was haben wir, was fehlt uns, was ist gut, was weniger gut? Daraus entsteht ein Plan. Wir holen die besten Köpfe dazu um uns zu beraten. Ich selbst habe viele Ideen dazu.
Die größten Probleme: Arztmangel, Abwanderung, Armut, Perspektivlosigkeit, abgehängte Familien. Wir brauchen eine Verwaltung, die die hier Lebenden schützt und liebt, Unternehmergeist fördert, Rückkehrer willkommen heißt – und die Brandmauer im Stadtrat abbaut.
Gesellschaftlicher Frieden ist meine erste Aufgabe – nach Platon die größte Pflicht eines Staatsmannes. Der Bürgermeister verbindet seine Bürger und fördert die Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen: er ist kein König, sondern der Meister der Bürger.
Mit welchem Geld ich das alles schaffen möchte? Ich bin überzeugt, dass die Liebe zu den Menschen und gute Ideen mehr Kraft haben als Geld. Und wenn eine Idee gut ist, zieht sie die Finanzierung automatisch an: Denn das Geld ist da und wartet nur darauf, für einen guten Zweck eingesetzt zu werden. Es kommt darauf an, wie man ein Projekt formuliert und den Sponsor überzeugt, dann zahlt er gern. Investoren suchen verzweifelt nach Ideen und wollen dass ihr Geld für gute Zwecke eingesetzt wird. Auch europäische Fördermittel und Strukturwandelfonds suchen nach guten Ideen. Wir werden diese Mittel - was übrig geblieben ist - weise einsetzen.
Die ersten Jahre werden in jedem Fall Sparjahre sein: Wir werden nichts Neues bauen, sondern zunächst alles Marode und Problematische sanieren. Wir werden uns um die Menschen kümmern, die lokalen Kräfte stärken und die Wirtschaft unterstützen und fördern.
Ich plane, überallhin zu reisen, um gute Verbündete für unsere Stadt zu finden, wo immer ich etwas Nützliches für uns entdecken kann – bei der UNESCO, in der EU, in Amerika und anderswo, auch im Osten. Vor allem im Osten, in unserem Nachbarland. Ich werde allen guten Investoren die Türen öffnen und andere, die gute Ideen haben, einladen, hierherzukommen. Zukunftstrends werden hier erforscht und entwickelt. Arbeitsplätze und Wohlstand werden entstehen. Kulturtourismus und Wissenschaft werden florieren. Diejenigen, die Görlitz verlassen haben, werden zurückkehren, weil sie hier mehr verdienen werden als in der Welt, die sich gerade in einer Krise befindet.
Wenn ich all dies mit der AfD erreichen kann, bin ich sicher, dass jede Stadt meinem Beispiel folgen wird. Ich werde der lebende Beweis dafür sein, dass die AfD keine Nazi-Partei ist, sondern die Partei für Renaissance, Kultur, Europa und Heimat. Frieden und Wandel werden im schönen Monat Mai kommen.
Vielen Dank. Ich freue mich auf Eure Fragen – und auf unsere gemeinsame Zukunft!




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