Auferstehung
- Helena Triada Müller
- 18. Apr.
- 4 Min. Lesezeit
Betrachtungen zum Gedenken an die Freiheitskämpfer, die im April für eine bessere Welt starben.
Ich begann diesen Blog nicht, um persönliche Vorteile zu dienen. Ich glaube zutiefst an die Notwendigkeit einer Renaissance in Europa, und ich weiß, dass die richtige Zeit dafür gekommen ist. Viele Stimmen wie meine sagen das deutlich: Wir wünschen uns alle, wie Propheten zu sein – wir spüren die Zeiten, sind von einer edlen Vision bewegt und versuchen mit unseren Stimmen, diese schöne Vision zu manifestieren.
Der April 2026 ist ein besonderer Monat. Am 5. April feierten die katholische und evangelische Welt Ostern. Eine Woche danach, am 12. April, die orthodoxe Welt. Dazwischen, am 10. April, feierte die Welt den 200. Jahrestag des Exodus von Messolonghi. Ich schreibe bewusst „die Welt“ und nicht nur Griechenland, denn die Helden, die sich an der Osternacht 1826 entschlossen, aus der belagerten Stadt Messolonghi auszubrechen und dabei den sicheren Tod unter der Gewalt einer riesigen türkischen Armee fanden, stammten aus der ganzen Welt. Diese Helden kämpften damals in Europa gegen Imperien für die Werte, auf denen der Westen gebaut wurde: die Werte der griechischen (und römischen) Kultur und des Christentums. Das humanistische Ideal des freien Individuums gegen Sklaverei und Untertanentum unter einem unterdrückenden Regime.
Ein dreifaches Ereignis um dasselbe Ideal. Die Auferstehung.

Dazu: am 19. April 1824 starb Lord Byron in Messolonghi, wo er den Griechen bei ihrer Befreiung von den Türken helfen wollte. Am 9. April 1945 starb Dietrich Bonhoeffer, ermordet von den Nazis, nachdem er sein Leben dem Widerstand gegen Hitler gewidmet hatte.
Am Himmel im April 2026 findet ein Stellium im Zeichen des Widders statt. Sonne, Merkur, Mars, Saturn und Neptun bilden im April 2026 eine Art „Planetenparade“. Spirituelle Bedeutung: Der Widder steht für den ersten Funken, für Anfang, Pioniergeist und Mut. Dieses Stellium wird als energetischer Weckruf interpretiert, der persönlichen Aufbruch, Neuanfang und technologische Durchbrüche fördern kann.
In meinem Kopf klingt gerade „Sterben werd´ ich um zu leben“ – der Schlusschor der 2. (Auferstehungs-)Symphonie von Gustav Mahler. Lasst uns diesen Text vorlesen. Es beginnt mit zwei Strophen aus der „Auferstehung“ von Friedrich Gottlieb Klopstock:
"Auferstehn, ja, auferstehn wirst du,
Mein Staub, nach kurzer Ruh!
Unsterblichs Leben
Wird, der dich schuf, dir geben!
Halleluja!
Wieder aufzublühn werd ich gesät!
Der Herr der Erndte geht
Und sammelt Garben,
Uns ein, uns ein, die starben!
Halleluja!"
Den Rest des Textes schrieb Gustav Mahler selbst:
Alt solo:
O glaube, mein Herz, o glaube:
Es geht dir nichts verloren!
Dein ist, ja dein, was du gesehnt,
Dein, was du geliebt, was du gestritten!
Sopran solo:
O glaube: Du wardst nicht umsonst geboren!
Hast nicht umsonst gelebt, gelitten!
Chor und Alt:
Was entstanden ist, das muß vergehen!
Was vergangen, auferstehen!
Hör auf zu beben!
Bereite dich zu leben!
Sopran und Alt solo:
O Schmerz! Du Alldurchdringer!
Dir bin ich entrungen.
O Tod! Du Allbezwinger!
Nun bist du bezwungen!
Mit Flügeln, die ich mir errungen,
In heißem Liebesstreben
Werd ich entschweben
Zum Licht, zu dem kein Aug' gedrungen!
Chor:
Mit Flügeln, die ich mir errungen,
Werd ich entschweben!
Sterben werd' ich, um zu leben!
Aufersteh'n, ja aufersteh'n wirst du,
Mein Herz, in einem Nu!
Was du geschlagen,
Zu Gott wird es dich tragen!
Nach dem Klang der Trompeten des Jüngsten Gerichts und den Flöten der Vögel des Frühlings singen der Chor und die Sopranistin wie die wiedererwachten Seelen der Toten, die auf die Wiedererweckung warteten, die Auferstehung – den Klopstock-Text. Es sind die Seelen der Gerechten aller Zeiten, die an Jesus glaubten und keine Kompromisse mit dem Bösen dieser Welt machten. Für die Wahrheit lebten und für die Wahrheit starben.
Es ist ein Geheimnis, ein Mysterium unserer christlichen Kultur, das zahlreiche Weltverbesserer inspirierte – Menschen, die keine Angst vor dem Tod hatten, wenn sie von Liebe für den Menschen beseelt waren.
Sie dachten: Wir können nicht leben und täglich zusehen, wie Menschen unterdrückt und ermordet werden. "Schaut, wie alles in der Natur frei ist, blüht, liebt und Früchte bringt – das ist Leben! Das Leben ist heilig und es gibt kein Leben ohne Freiheit." Für diese Wahrheit waren sie bereit, alles zu opfern.
Ich verstehe ihr Opfer für dieses Ideal. Denn es geht nicht nur um unser kurzes Leben auf dieser Erde. Nach uns kommen andere Menschen. Es endet nicht mit unserem Tod. Vielleicht gibt es sogar Wiedergeburt, vielleicht kehren wir noch einmal auf diese Erde zurück. Menschen werden für immer auf diesem Planeten leben. Sie verdienen ein besseres Leben. Wir müssen für die Zukunft alles tun, damit die kommenden Generationen ein freies Leben führen können.
Diese Menschen waren zu jeder Zeit bereit, alles zu geben, damit wir heute ein besseres Leben führen können. Es gab sie immer, und es gibt sie auch heute. Bereit, alles zu geben für eine bessere Zukunft. Auch ihr eigenes Leben. "Sterben, um zu leben".
Ich ehre sie. Ich ehre die Helden von Messolonghi, Dietrich Bonhoeffer und die Widerstandskämpfer des Kreisauer Kreises sowie des Attentats vom 20. Juli 1944. Sie sind Athanatoi. Unsterblich. Und das ist der Sinn des „ewigen Lebens“. Diese Menschen leben – sie sind nie wirklich gestorben. Und am Tag des Jüngsten Gerichts werden sie auferstehen und eine schöne, freie, friedliche Welt vorfinden, für die sie mutig gearbeitet haben. Für diese Menschen gibt es keinen Tod. Das ist die Bedeutung der Auferstehung und der tiefere Sinn des Ostern, der über 2000 Jahre hinweg alle Freiheitskämpfer und Pioniere inspiriert hat.
Heute ist der 18. April. Tag Nummer Eins des neuen Lebens. Ich wünsche, dass wir ab heute nur in der Wahrheit leben. Immer das sagen, was wir denken, was wir träumen und wünschen. Immer, wenn wir eine Lüge sehen, sie ohne Angst aussprechen. Nur auf Wahrheit kann man eine neue, gesunde und freie Welt bauen.
Auf meinem Blog ab heute werde ich meine Wahrheit berichten. Mein tiefster Wunsch ist eine bessere Welt. Guten Morgen also, neue Welt.




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