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Verbunden mit ihrem Land

Aktualisiert: 24. März

Beobachtungen zu den AfD-Wählern in Görlitz.


Demokratie ist das politische System, das es den Bürgern eines Landes ermöglicht, ihre Vertreter zu wählen und diese in Stadt-, Kreis- und schließlich in den Bundestag zu entsenden. Diese Vertreter stehen in Kontakt mit ihren Wählern und tragen deren Anliegen direkt ins Parlament, um auf deren Bedürfnisse einzugehen und ihre Probleme unmittelbar zu lösen. Zu diesem Zweck bilden sich verschiedene Parteien mit jeweils einer spezifischen politischen Ausrichtung: Einige vertreten konservative, andere progressive Werte, und wieder andere orientieren sich an bestimmten Ideologien wie Sozialismus, Kommunismus, Liberalismus, Umweltpolitik usw. Je nachdem, was die Bevölkerung wünscht und welche Zukunftsvorstellungen sie hat, wählt sie diese Parteien. Die Partei mit den meisten Stimmen regiert, oft in Koalitionen mit anderen Parteien, die ähnliche Ziele verfolgen. Unabhängig vom Wahlausgang ist es wichtig, dass alle Parteien respektiert werden, denn letztendlich sind sie alle gewählte Vertreter desselben Volkes, das ein Land ausmacht. Alle Bürgerinnen und Bürger haben die gleichen Rechte, und das wichtigste Recht in einer Demokratie ist das Recht auf politische Teilhabe und die Möglichkeit, das eigene Schicksal und die Zukunft der Stadt, der Region und des Landes mitzugestalten.


Wie wunderbar ist es doch hier in Europa, in einem Land, das Freiheit und die Menschenrechte jedes Bürgers garantiert, wo das Grundgesetz oberstes Gesetz ist, an das sich alle halten. In anderen Teilen der Welt, in Russland, China, der Türkei oder Afrika, funktioniert die Demokratie nicht so gut. Und dennoch herrscht seit Jahren in einigen europäischen Ländern eine negative Atmosphäre. Bestimmte Parteien können das Wahlverhalten von Teilen der Bevölkerung nicht akzeptieren und weigern sich, die politischen Meinungen Andersdenkender zu respektieren. Sie halten ihre eigenen Ansichten für richtig und alle anderen für falsch. Dies führt dazu, dass sie die von ihnen als falsch eingestuften Parteien verbieten wollen, und die Bürger, die diese Parteien wählen, werden ausgegrenzt und diffamiert. Die Ausgrenzung und Verfolgung von Menschen aufgrund ihrer politischen Meinung ist jedoch die größte Gefahr für den sozialen Frieden und die Demokratie selbst. Ich spreche natürlich von der AfD. Seit Jahren gibt es Versuche, diese Partei zu verbieten, doch immer mehr Menschen in Deutschland wählen sie, einfach weil sie sie als die richtige Partei sehen, um ihre Probleme zu lösen. Diese Partei ist vom Verfassungsschutz nicht verboten; die Menschen dürfen sie wählen. Daher ist es falsch, Wähler für die Ausübung ihres demokratischen Rechts zu bestrafen. Wenn diese Mitbürger keine Verbrechen begangen haben, dürfen sie nicht mit gesellschaftlichem Ausschluss bestraft werden.


… Und nun zu meinen Erfahrungen mit der AfD, die zeigen sollen, dass sie eine demokratische Partei ist, mit ganz normale Menschen als Mitglieder. Diese Erfahrungen gipfeln in meiner Forderung, ihr alle Rechte zu gewähren, die jeder anderen Partei zustehen: Werbung und Präsenz in den staatlichen Medien, Toleranz und Meinungsfreiheit für ihre Mitglieder und schließlich Parteifinanzierung, damit sie sich – wie alle anderen Parteien auch – im Rahmen der Demokratie entwickeln kann. Geschieht dies nicht, fühlen sich die Wähler von ihrem eigenen Staat verraten und sehen diesen Staat als Feind – und das wollen wir nicht! Wir wollen keine Radikalisierung in der Gesellschaft; wir wollen Frieden und einen zivilisierten Diskurs.

Man sagt, die AfD sei eine menschenfeindliche, fremdenfeindliche oder sexistische Partei, aber allein die Tatsache, dass sie mich persönlich zur Mitarbeit eingeladen haben – mich, eine Frau und Ausländerin, die nichts anderes zu bieten hat als meine politische Meinung – beweist, dass das nicht wahr ist. Meine Vergangenheit wurde sorgfältig geprüft, ebenso meine Social-Media-Profile, und der Vorstand prüfte das, um sich absolut sicher sein, dass ich keinerlei Verbindungen zu rechtsextremen Organisationen hatte, bevor sie mich als Mitglied aufnahm. Das fand ich sehr positiv. So kann man sicher sein, dass man nur gemäßigte Demokraten als Parteikollegen hat.

Diese erste Erfahrung war ein gutes Omen für das, was noch kommen sollte. Mein neues politisches Leben hat mich seither nicht enttäuscht. Die Mitglieder trafen sich einmal im Monat in einem Restaurant in der Stadt. Dort tauschten die Vorstandsmitglieder Neuigkeiten aus der Region und dem Stadtrat aus und gaben den Mitgliedern die Möglichkeit, ihre Erfahrungen zu teilen.


Was waren das für Menschen? Ganz normale Leute, die Einwohner der Stadt, Menschen mit Lebenserfahrung und politischer Expertise. Die meisten waren Männer und Frauen zwischen 40 und 70 Jahren; sie hätten meine Eltern oder Geschwister sein können. Die meisten sind hier geboren, haben hier gelebt und kennen den Ort und seine Probleme gut. Mit der Zeit kamen einige neue Mitglieder hinzu. Ich versuchte, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Ein ältere Mann ist aus dem Westen gekommen, weil das Leben dort für ihn unerträglich geworden war. Das Gefühl der Überfremdung und die Problematik der Massenmigration waren allgegenwärtig.

Aber es waren auch junge Leute da, etwa zwischen 20 und 35. Ihr Auftreten ließ eher konservative politische Ansichten vermuten. Junge Leute, die Wert auf ihr Studium und ihre Arbeit legten oder Werte wie Religion, Familie und politische Kultur. Einige waren bereits im Stadtrat vor einem Jahr gewählt und leidenschaftlich an Politik interessiert. Sebastian Wippel wirkte wie ein Mentor für all diese jungen Leute. Er hörte sich ihre Ideen und Vorschläge an und beriet sie aus seiner Sicht als erfahrener Politiker. Mir wurde sofort klar, dass alle diese Menschen keine Berufspolitiker waren. Menschen wie ich, die in die Politik gegangen waren, um ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und zu gestalten. Zugegeben, ich hatte wenig mit ihnen gemeinsam, aber das gilt für die Gesellschaft im Allgemeinen. Es war in der Tat ein interessanter Querschnitt der deutschen Mittelschicht: Arbeiter und Akademiker, Rentner und ihre Enkel.

Viele wirkten nicht sehr fröhlich, selten lächelten sie; im Gegenteil, es herrschte eine spürbare allgemeine Wut, was aber nicht verwunderlich war: Diese Menschen waren von der Gesellschaft ausgegrenzt, ihre demokratischen Grundrechte weniger respektiert als die von Menschen, die in anderen politischen Parteien aktiv waren. Kein Wunder, dass es wenig Grund zum Lächeln oder Entspannen gab. Dennoch waren sie alle freundlich zu mir und zu einander, ich erinnere mich an keine Streitigkeiten oder Szenen. Mir fiel auch auf, dass die Partei nicht so gut organisiert war, wie ich gehofft hatte. Es gab weder eine WhatsApp-Gruppe noch ein Forum, um sich über Politik und Veranstaltungen auszutauschen, aber es gab einen Newsletter mit Informationen zu anstehenden Treffen, das schien mir bald ausreichend.

Einmal wurde ich zu einem Treffen eingeladen, bei dem neue Mitglieder über die Parteipolitik und -struktur informiert wurden – eine Art „Workshop für Politik“. Wenige Tage später wurde ich zu meinem ersten Kreisparteitag eingeladen.



Rund 100 Parteimitglieder aus dem Kreis Görlitz trafen sich in Niesky. Ziel war die Wahl eines neuen Vorstands. Es war meine erste politische Erfahrung im Leben. Ich beobachtete aufmerksam alles um mich herum. Die Atmosphäre war entspannt und sogar heiter. Die Menschen begrüßten sich herzlich. Wer war da? Die meisten schienen Einheimische aus Görlitz und Umgebung (Zittau, Weißwasser, Niesky) zu sein, Arbeiter und ihre Frauen, viele von ihnen, wie ich vermutete, Rentner. Sie blieben hier, während so viele in den Westen emigrierten.

Das Bürgerhaus in Niesky schien für dieses Treffen die beste Kulisse zu geben; es wurde um 1992 eröffnet, als diese Menschen jung waren und voller Hoffnung für die Zukunft ihres gerade wiedervereinigten Landes. Tino Chrupalla war damals 18 Jahre alt; hier ist sein Zuhause. Ich denke dass dieser Mensch mit seiner Geschichte und Profil tatsächlich die Mehrheit der Menschen am diesen Parteitag repräsentiert.

Geboren 1975 in Weißwasser, in der DDR noch. Sein Name deutet sogar auf die eventuelle slawischen Wurzeln der Bewohner der Region. Die Menschen, besonders die, die hier geblieben sind und mit allen Schwierigkeiten gekämpft haben ohne den Ort zu verlassen, lieben ihre Heimat, ihre Geschichte und ihre Mitbürger. Nach der Wiedervereinigung engagierte sich Tino Chrupalla in der Jungen Union, der Jugendorganisation der CDU. Die CDU war die Partei, die die Menschen hier traditionell wählten: Die Christlich Demokratische Union, die Partei mit der deutschen Flagge. Nach dem desaströsen Jahr 2015 wechselte er zur AfD – die Migrationskrise und die Abkehr der CDU von ihren traditionellen Werten waren vermutlich die Gründe. Und dann geschah die unerwartete Überraschung: Er gewann die Bundestagswahl 2017 in Görlitz (32,9 % der Erststimmen gegenüber 31,4 % für Michael Kretschmer von der CDU) und zog in den Bundestag ein. Das war der Anfang; seither wächst die Partei in der Region stetig, weil immer mehr Menschen den Mut haben, ihrem Bauchgefühl zu folgen und keine Angst haben. Sich öffentlich zur AfD zu bekennen, ist heute dennoch ein Heldenakt: Wer das tut, stellt seine Werte über persönliche Vorteile, denn die Dämonisierung der AfD-Wähler durch die Medien wird immer heftiger. Sie gipfelte in einer Rede von Bundespräsident Steinmeier am 9. November 2025. Am Jahrestag der Reichspogromnacht und des Mauerfalls rief er die deutsche Bevölkerung dazu auf, AfD-Wähler vom öffentlichen Dienst auszuschließen und alles „Notwendige“ zu tun, um die Partei zu verbieten.

Es ist auch für mich gefährlich, diesen Artikel zu schreiben. Ab morgen werde ich ein etwas gefährlicherer leben müssen. Antifa und die Linkspartei haben es sich zum Ziel gesetzt, Menschen zu vernichten, die Sympathien für die AfD zeigen. Aber das Establishment in Deutschland - auch die traditionell konservative CDU - steht der gewaltbereiten Antifa nah. Das US-Außenministerium setzte vorgestern vier linksextreme Organisationen aus Europa auf seine Liste terroristischer Organisationen. Zwei davon sind in Griechenland aktiv, eine in Italien und eine in Deutschland: Antifa Ost. Die auch als "Hammerbande" bekannten Aktivisten dieser Organisation schrecken nicht davor zurück, Gewalt gegen Andersdenkende anzuwenden. Eines ihrer Mitglieder – Maja T. (Simeon Ravi Trux) – reiste mit anderen Mitgliedern nach Ungarn und verletzte dort ungarische Patrioten schwer. Sie sitzt derzeit in Ungarn im Gefängnis. Und nun fordern nicht nur Mitglieder der Linkspartei die Rückkehr des Aktivisten, sondern auch CDU-Mitglieder wie Außenminister Wadephul. Ich persönlich hielt diese Zusammenarbeit zwischen einer vermeintlich „rechten“ Partei und der Linkspartei von Anfang an für ein sehr gefährliches Zeichen für die Aushöhlung der Demokratie. Es ist offensichtlich, dass der Aufstieg der AfD in Ostdeutschland, einem traditionell CDU-wählenden Land, genau dieser verhängnisvollen Situation geschuldet ist, in der eine konservative Partei mit der Linken zusammenarbeitet. Denn diese Wähler – konservative Wähler – wollen nichts mit der Linken zu tun haben. Es erinnert sie an einige der schlimmsten Zeiten ihres Lebens, die DDR.

Zurück zum Kreisparteitag. Die Kandidaten für den neuen Vorstand mussten drei Kriterien erfüllen: keine Vorstrafen, keine frühere Verbindung zur Stasi oder anderen Geheimdiensten und Offenlegung jeglicher vorheriger Parteimitgliedschaften. Ein Kandidat wurde nominiert, er sollte seine Nominierung annehmen und sich anschließend in drei Minuten vorstellen. Keiner der Kandidaten war vorbestraft. Keiner hatte eine Vergangenheit bei der Stasi; einige gaben sogar zu, Stasi-Akten zu besitzen, und die meisten waren keine Mitglieder anderer Parteien.

Bevor ich die Vorstandskandidaten vorstelle, da sie repräsentativ für die Mitgliederstruktur der Partei in Görlitz sind, möchte ich über einen Vorfall berichten. Die Schatzmeisterin Andrea Binder berichtete über die Parteifinanzen, den Haushalt des Vorjahres, den verbleibenden Geldbetrag und die geplanten Ausgaben für das nächste Jahr (Anmietung von Räumlichkeiten wie diese, Büroräume, Wahlkampf usw.). Sie erzählte über eine alte Sudetendeutsche, die nach ihrem Tod einen Teil ihres Vermögens der AfD vermacht hätte, wovon ein Teil an die Partei in Görlitz ging. Ein Teil der großzügigen Stöcker-Spende landete ebenfalls bei der Görlitzer Partei. Ansonsten verfügt die Partei über keine Einnahmen, da die AfD im Gegensatz zu anderen Parteien in Deutschland, die über angeschlossene Stiftungen staatliche Fördermittel zur Vorbereitung der Bürger auf den demokratischen Prozess erhalten, diese nicht bekommt. Sebastian Wippel stellte den Anwesenden die Desiderius-Erasmus-Stiftung vor, eine der AfD nahestehende Stiftung, und ermutigte sie, ihre Veranstaltungen kennenzulernen. Die Stiftung und ein Verein für politische Bildung boten zahlreiche Initiativen an, für die man auch spenden konnte.

Ich nahm eine Zeitschrift des Vereins Kommunalpolitische Bildungsvereinigung Sachsen e.V. (kobivesa.de) mit, die interessante Themen behandelte. In der zweite Ausgabe der Zeitschrift "Vor Ort" findet man ausführlich behandelte Themen wie: "Grenzen und Handlungsspielräume der sächsischen Kommunen in der Gesundheitsversorgung" (Autor: Dr. Philipp Königsmann) oder "Kinder- und Jugendarbeit - Herausforderungen für die Kommunen am Beispiel Leipzig" (Autor: Christian Kriegel) oder "Denkmalschutz: Was man in Sachsen darüber wissen sollte. Teil 1" (Autor: Prof.em. Piotr Scheller). Mir wurde klar, dass es in Sachsen Organisationen gibt, die politische Bildung für Bürger anbieten, und die AfD ermutigt ihre Mitglieder, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen.

Die Schatzmeisterin Andrea Binder und zwei weitere Mitglieder beklagten die mangelhafte Kommunikation mit dem Vorstand und beschlossen, nicht erneut zu kandidieren. Sie baten aber den Vorstand höflich, die Beziehungen zu Mitgliedern wie ihnen und anderen, die sich mit ihnen solidarisiert hatten, zu verbessern. Der scheidende Vorstand reagierte sehr höflich und erklärte, man sei jederzeit gesprächsbereit. Insgesamt war ich beeindruckt, wie sachlich mit einem emotional aufgeladenen Thema umgegangen wurde. Die Wortwahl war durchweg politisch klar und vornehm.

Tino Chrupalla nominierte den amtierenden Vorsitzenden des Kreisverbandes, Hajo Exner, zur Wiederwahl. Es gab keine weiteren Kandidaten. Er präsentierte davor seine bisherige Arbeit in einer perfekt gestalteten PowerPoint-Präsentation, bewegte Sympathie und Vertrauen. Die Anwesenden stimmten einstimmig ab, und Exner wurde als Vorsitzender des Kreisverbandes Görlitz wiedergewählt. Hajo Exner ist seit 2024 Mitglied des Sächsischen Landtags, seit 2016 Mitglied der AfD, Vorstandsmitglied und Mitglied des Gemeinderats von Markersdorf. Von Beruf ist er Techniker, wurde 1967 in Görlitz geboren und war parteilos bevor er Mitglied der Partei AfD geworden ist.

Nach diesem älteren Werktätigen aus Görlitz, überraschte mich ein 20-Jähriger aus Lawalde, den man als Kandidaten für den ersten Stellvertreter vorgeschlagen hat. Santino Dittmann kam elegant in Anzug gekleidet, fast wie auf dem Weg zur Kirche, und betrat das Podium mit beeindruckender Ernsthaftigkeit. Er hatte eine Rede vorbereitet und trug sie auswendig vor, mit klaren und sicheren Stimme, gut ausgewählten Argumenten, als wäre er ein routinierter Politiker. Er betonte sein Ziel und seine Aufgabe, junge Menschen zu vertreten und sie durch sein eigenes Beispiel zur politischen Teilhabe zu ermutigen. Er selbst war mit 18 Jahren der Partei beigetreten und hatte 2024 für die Kommunalwahlen kandidiert, die er in seiner Gemeinde gewann. Er machte kein Geheimnis daraus, dass er katholisch ist, keine Verbindungen zur Stasi hatte, nicht vorbestraft ist und noch nie zuvor eine andere Partei gewählt hat. Die AfD ist seine erste Partei. Ich beschloss dieser jungen Person später ihm einige Fragen zu stellen. Das Interview findet man am Ende dieses Berichts.

Steffen Glaser, Mitglied des Gemeinderats von Zittau, erklärte, er sei auch kein Stasi-Informant gewesen, habe aber selbst Stasi-Akten. Er wurde zum zweiten stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Satzmeisterin Andrea Binder erhielt einen Blumenstrauß, und ein sehr junges AfD-Mitglied wurde zu ihrem Nachfolger gewählt, Jakob Garten. Andrea fragte ihn, warum er seine Kandidatur für den Vorstand zurückgezogen habe, um für das Amt des Schatzmeisters zu kandidieren. Sie meinte, er könnte dafür sorgen, Missstände innerhalb der Partei zu beheben, die sie, wie bereits erwähnt, als problematisch empfand. Sie betonte die Notwendigkeit junger Menschen in der Partei, die frische Ideen einbringen könnten.

Jakob Garten stellte sich dann vor, dankte Katerina Poplawski für ihre Nominierung und erwähnte gleich zu Beginn, dass er katholisch sei und seine Kirche ihn aufgrund seiner Zusammenarbeit mit der AfD und seines Sitzes im Stadtrat bereits zweimal zum Austritt aufgefordert habe. Ich traute meinen Ohren nicht. Tatsächlich hatte ich einen Artikel darüber in einer Lokalzeitung gefunden. Jakob ist Anwalt und arbeitet in einer Kanzlei. Neben seinem Beruf engagiert er sich politisch, interessiert sich für Kultur und wirkt sehr freundlich und engagiert. Er präsentierte sich wie ein guter Anwalt, in Anzug und Krawatte, elegant und respektvoll: er sprach klar, selbstbewusst und entschlossen. Ich dachte bei mir: Was ist das für eine Welt, die jungen Menschen gleich zu Beginn ihres Lebens und Karriere so viele Steine in den Weg legt? Dabei wollen sie sich doch nur in ihrer Stadt einbringen. Junge Menschen, die sich entschieden haben, hier zu bleiben, hier zu arbeiten, hier etwas zu bewegen. Ihnen sollten alle Türen offen stehen, anstatt wie Ketzer von der Kirche exkommuniziert zu werden.

Wie bereits erwähnt, waren 100-106 Personen im Saal, darunter einige junge Leute (ich zählte etwa 20 im Alter unter 35) und auch Frauen (etwa 22). Neben mir selbst, der griechisch-polnischer Abstammung bin, erkannte ich auch andere ausländische Staatsbürger wie Katarina und Martin Poplawski. Am Ende der Veranstaltung sprach mich sogar ein Grieche an, der mit seiner polnischen Frau in Bad Muskau lebt. Ich erkannte keine Fremdenfeindlichkeit.


Was ich beim Schreiben dieses Berichts verstanden habe, ist, dass die AfD die Partei derer ist, die in ihrem Ort geblieben sind, und ihrer Kinder. Diese Arbeiter, die Mittelschicht, die eng mit der Region verbunden ist, kennen keinen besseren Ort als ihre Heimat, sie können nirgendwo gehen, wenn dieser Ort zerstört wird.

Ich schließe diesen Bericht mit einem persönlichen Appell an die Menschen der Region: Ich habe gerade berichtet, dass AfD Politiker, Wähler und Sympathisanten ganz normale Menschen sind, Demokraten, und genau dieselben Rechte haben wie alle anderen in einem Rechtsstaat. Ich appelliere deswegen an alle Bürgerinnen und Bürger, ihre Mitbürger als Menschen mit denselben Rechten wie sich selbst zu sehen. Jeder Versuch, andere ohne rationale Grundlage, aus Ignoranz, die an Aberglauben grenzt, zu diskriminieren, schadet der politischen Landschaft in Deutschland und Europa und ebnet den Weg in eine düstere Zukunft. Kurswechsel!

 
 
 

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